Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen: Ernährung

Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, kommen mir sofort die regelmäßigen Mahlzeiten in den Sinn, die meine Mutter täglich zubereitete. Zumindest eine Mahlzeit täglich bestand aus einem warmen Gericht, das aus frischen Zutaten gekocht wurde. Ohne Maggi Fix, ohne Miracoli und Konsorten.

Meine Mutter war den heutigen Alnatura-Hipstern eine Zeit voraus.

Mit Vorliebe kaufte sie Bio-Produkte aus unserem lokalen Naturkostladen. So gab es bei uns Amarathmüsli anstatt Kelloggs, Vollkornnudeln anstatt hellen Spaghetti und Samba-Brotaufstrich anstatt Nutella.

Naschereien und Fast Food wie McDonalds, Pizza und Döner waren selten und damit etwas Besonderes. Was habe ich mich über eine vom kleinen Taschengeld gekaufte Schokolade gefreut, die ich nicht verschlungen, sondern regelrecht zelebriert habe.

Rückblickend hört sich das richtig idyllisch an. Zeit meiner Kindheit fand ich das Verständnis meiner Mutter von einer korrekten Ernährung aber gar nicht so toll. Sondern total öko und ziemlich uncool. Ich beneidete meine Freundinnen um ihr mit Eszet-Schnitten belegtes Weizenbrot, die Dosenravioli und das jederzeit freizugängliche Kühlschrankfach mit Milchschnitten.

Als ich schließlich auszog und über mein eigenes Geld verfügen konnte, holte ich all das nach, was ich früher vermeintlich verpasst habe.

Ich aß ständig zuckerige Frühstücksflocken, verdrückte ganze Packungen mit Schokoriegeln und kochte mir lecker Spaghetti (natürlich die hellen!) mit Käsesauce aus dem Alubeutel von Miracoli.
Um mein Gewicht im Zaum zu halten, hörte ich schließlich damit auf, den ganzen fettigen Kram in mich hineinzustopfen und stieg auf industriell hergestellte Light-Produkte um.

Weil ich gegen alles, was meine Mutter für gut befand, eine grundablehnende Haltung entwickelt hatte (Pubertät eben :D), habe ich leider nie so wirklich gelernt zu kochen. Ich wusste zwar, wie es geht, schließlich hatte ich meiner Mutter oft genug dabei zugeschaut. Aber selbst frisch kochen? Weit gefehlt!

Auch die Regelmäßigkeit meiner Nahrungsaufnahme durch meinen unregelmäßigen, studentischen Lebensstil und zahlreiche Diäten leider flöten. Ich aß oder snackte einfach immer, wenn ich Hunger hatte, mir langweilig war oder ich frustriert war.

Inzwischen hat sich das mit der ablehnenden Haltung gegen die Ansichten meiner Mutter natürlich gelegt und auch ich trage inzwischen ständig einen Jutebeutel in der Handtasche mit mir herum, um bei Spontaneinkäufen bloß keine bösen Plastiktüten kaufen zu müssen. Ich bin sehr froh darüber, in meiner Kindheit so viele unterschiedliche Lebensmittel kennengelernt zu haben. Vermutlich esse ich wegen der abwechlungsreichen Ernährung in meiner KIndheit auch heute so gut wie jeden Lebensmittel gerne (außer Fleisch, aber das ist ein anderes Thema…). Mein Freund ist dagegen ist ein lebendes Beispiel dafür, dass dies auch anderes sein kann.

Gerade bin ich dabei mich ernährungstechnisch wieder meinen Kindheitstagen anzunähren.

Wir kochen fast jeden Tag ein Gericht mit frischen Zutaten und sind gerade dabei, uns ein Standardrepertoire an Gerichten zu erarbeiten. Die nährstoffreichere Ernährung bereitet mir ein erheblich besseres Körpergefühl. Ich habe den Eindruck, dass ich seitdem mehr Energie habe, nicht mehr so müde bin und ich weniger oft Migräne habe.

Durch das Zusammenleben wieder Einzug in mein Leben gefunden hat auch die Regelmäßigkeit meiner Nahrungsaufnahme. Zumindest das Frühstück und das Abendessen sind beständige Grundpfeiler unserer Beziehung und dienen nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern auch der Kommunikation.

Was mir leider noch nicht so gut gelingt ist den Süßigkeitenkonsum zufriedenstellend einzuschränken. Ich esse zwar noch immer jeden Tag etwas Süßes, wenn auch glücklicherweise schon seit längerer Zeit nicht mehr eine ganze Packung pro Tag. Die Süßigkeiten versuche ich möglichst mit Obst zu ersetzen, aber oft gelingt mir das auch einfach nicht. Eine Banane ist eben doch kein KitKat 😉


 

2 thoughts on “Kindheitserinnerungen wieder aufleben lassen: Ernährung

  1. Wenn dein Körper ständig nach etwas Süßem verlangt, fehlt ihm etwas. Du bist bestimmt auf einem guten Weg (liest sich zumindest so), aber die Nährstoffverteilung scheint noch nicht ganz zu stimmen. Ich kann dich aber trösten: wenn du es geschafft hast, das Süßzeug für ein paar Tage wegzulassen, wird der Japps danach immer weniger. Viel Erfolg weiterhin und bleib gesund.

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