Finde deine Leidenschaft [Teil 1]: Warum fehlt vielen Menschen die Leidenschaft?

Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt und das ich dir gerne näher bringen möchte, ist das Ausleben deiner Leidenschaften. Vielleicht hast du deine Leidenschaft bereits gefunden und kannst dich in ihr beruflich betätigen. Wenn dies so ist, gratuliere ich dir sehr und freue mich für dich.

Arbeiten nur des Geldes wegen

Vielleicht geht es dir aber auch so wie mir vor kurzem noch und wohlmöglich wie den meisten Menschen und du arbeitest nur des Geldes wegen in einem ungeliebten Job, in dem du schon montags die Tage bis zum Wochenende zählst. Wenn ich mich mit meinem Bekanntenkreis unterhalte, ereilt mich nicht selten das Gefühl, dass viele Menschen nur für das Wochenende und für den Jahresurlaub leben. Nicht wenige Menschen scheinen allein darauf hinzuarbeiten in den Ruhestand gehen zu können und hoffen dann endlich ein zufriedenes Leben führen zu können.

Irgendetwas läuft in unserer Gesellschaft grundsätzlich schief. Warum ändern die meisten unglücklichen Menschen nichts an ihrer beruflichen Situation?

Neben der allgegenwärtigen Furcht vor dem sozialen Abstieg, dem mangelnden Glauben an die eigenen Fähigkeiten und der Angst vor der eigenen Courage, denke ich, dass viele Menschen gar nicht wissen, welche Tätigkeit ihnen stattdessen Spaß bringen könnte. Nach all den Jahren der Erfüllung vermeintlicher Pflichten sind ihnen all ihre Leidenschaften abhandengekommen.

Wir wuchsen in einem System auf, in dem die Wirtschaft über unserem eigenen Glück steht

Wenn wir uns zurück erinnern, werden wir feststellen, dass wir als Kinder viele Leidenschaften hatten und kreativ waren. Wir waren Abenteurer, Wissenschaftler, Journalisten, Geschichtsautoren, Lehrer, Sportler, Sänger, Schauspieler, Comedians…

Je älter wir wurden, desto bewusster machte man uns, dass wir uns für einen richtigen Beruf entscheiden müssten. Schule, Ausbildungsstätte, Studium. Unser Weg führte uns durch diverse Institutionen, die unsere jegliche Kreativität und unsere Träume im Keim erstickten. Anstatt Buchautoren wollten wir nun Buchhalter oder Steuerberater werden. Denn dies waren Berufe, die uns finanzielle Sicherheit würden bieten können, so glaubten wir.

Wir wuchsen in einem System auf, in dem wir aufhörten zu tun, was uns Spaß machte. Stattdessen gingen wir Tätigkeiten nach, um Credits und Zertifikate zu sammeln, von denen wir uns ein besseres Standing vor einem potentiellen Arbeitgeber erhofften. Unser Ziel war nicht mehr unser eigenes Glück, sondern Employability. Wir wollten nicht mehr uns slbst zufrieden stellen, sondern die Wirtschaft.

Um also zurück zu uns selbst zu finden und um schließlich ein glückliches Leben führen zu können, ist es wichtig, dass wir unsere Leidenschaften wiederentdecken. In der Regel ist dies keine Aufgabe, die wir von heute auf morgen erledigen können, sondern ein längerer Prozess. Haben wir unsere Leidenschaft schließlich gefunden, können wir uns überlegen, inwiefern wir diese monetisieren können und wollen, um uns langfristig von unserem grauen Arbeitsalltag, der unser Leben überschattet, befreien zu können.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die sich damit befassen wird, wie wir unsere Leidenschaften finden und sie ausleben können.

2 thoughts on “Finde deine Leidenschaft [Teil 1]: Warum fehlt vielen Menschen die Leidenschaft?

  1. Grundsätzlich richtig. Ich glaube man kann seine Arbeit aber auch nur als reinen Ort des Geldverdienens betrachten und sich dann überlegen wie viel Zeit man dafür aufbringen möchte. Viele schöne Berufe sind mittlerweile so effizient gestaltet, dass sie dem einzelnen kaum noch Spaß machen (können). Du startest als jemand, der anderen Menschen gerne die Haare schneidest und stehst am Ende in einem schlecht bezahlten Job in dem nur noch das Fließband zu fehlen scheint. Ich persönlich liebe meine Freizeit und Dinge in meinem Leben, die ich gar nicht monetisieren möchte. Daher würde ich meine Leidenschaften gar nicht zu meinem Beruf a la 40 Stunden pro Woche machen wollen. Bin gespannt auf deine weiteren Beiträge zu dem Thema.

    1. „Viele schöne Berufe sind mittlerweile so effizient gestaltet, dass sie dem einzelnen kaum noch Spaß machen (können).“ Das stimmt leider. Während meines Studiums habe ich im Service-Center einer Versicherung gearbeitet. Fließbandarbeit am Telefon und PC quasi. Ein Kollege, der dieser Tätigkeit bereits seit gut zwanzig Jahren nachgeht, hat gern betont, dass der Job früher noch Spass gemacht hätte als alles von Hand erledigt wurde. Man musste aufstehen, um etwas in Akten nachzuschlagen, Berichte wurden mit einem Kugelschreiber geschrieben und Briefe angetütet. Nun wird das alles über ein paar Klicks am Computer erledigt. Nächster Kunde bitte.

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